In unserem Seminar „Jahreszeitliche Aspekte der Biologie für den Sachunterricht“ von Valentin Kleinpeter stand zuletzt eine Sache ganz im Mittelpunkt. Genauer gesagt, auf einer kleinen Wiese direkt neben dem Neubau der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Zu Besuch im Seminar waren nämlich drei wuschelige Seidenhühner, die uns die Möglichkeit boten, einen Unterrichtsgegenstand unmittelbar zu erleben und zu erforschen.


Bereits als Einstieg erwiesen sich die Hühner als unglaublich motivierendes Lernmedium. Die Tiere weckten Neugier, Interesse und zahlreiche Fragen. Statt bloß theoretisch über Hühner zu sprechen und Bilder zu betrachten, konnten wir sie direkt beobachten, ihr Verhalten analysieren und eigene Vermutungen überprüfen. Dadurch entstand eine hohe kognitive Aktivierung, da unsere Beobachtungen meist direkt zu Fragestellungen und deren Untersuchung führten.
Tiere wecken Neugier
Im Verlauf des Seminars erlangten wir einige Erkenntnisse über die Tiere und ihr Verhalten. Neben Picken, Scharren sowie leisem Gurren und Gackern wurden auch ihre Essgewohnheiten deutlich. Schnell rückte die Frage „Was fressen Hühner eigentlich?“ in den Mittelpunkt, sodass wir verschiedene praktische Versuche durchführten, um zu einer Antwort zu gelangen.
Auch im schulischen Kontext können lebende Hühner vielfältige Lernchancen bieten. Die Tiere schaffen einen authentischen Zugang zu Themen wie Ernährung, Tierhaltung und Lebensräumen. Durch einen solchen Unterricht können prozessbezogene Kompetenzen wie „Welt erleben und wahrnehmen“ oder „Welt erkunden und verstehen“ abgedeckt werden. Die Kinder bekommen den nötigen Raum, um interessengeleitete Fragen zu formulieren und geeignete Methoden für deren Beantwortung einzusetzen. Ebenso werden Bewertungs- und Handlungskompetenzen gefördert, etwa im Umgang mit Tieren und bei Fragen einer verantwortungsvollen Tierhaltung.


Auch für uns als angehende Lehrkräfte bot das Seminar wertvolle Erfahrungen. Besonders deutlich wurde hierbei, wie motivierend und nachhaltig handlungsorientierter Unterricht wirken kann. Statt Wissen ausschließlich vermittelt zu bekommen, konnten wir selbst Fragen entwickeln, Untersuchungen durchführen und Erkenntnisse gewinnen. Fachlich konnte ich so mein Wissen über Hühner, ihre Ernährung und verschiedene Untersuchungsmethoden erweitern sowie ein stärkeres Bewusstsein für die Bedeutung von Beobachtung und unmittelbarer Naturerfahrung im Unterricht entwickeln.
Persönlich nehme ich für mein späteres Berufsleben mit, wie wichtig es ist, die Lerngegenstände – die Sache des Sachunterrichts – möglichst greifbar und erfahrbar zu machen. Den Kindern sollten hierbei „echte“ Begegnungen mit den Inhalten ermöglicht werden.
Autorin: Anna Weiland studiert im 4. Semester Bildung im Primarbereich an der PH Heidelberg und ist Tutorin am Institut für Sachunterricht.


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