Wenn ich auf mein Studium an der PH Heidelberg zurückblicke, denke ich nicht nur an Vorlesungen, neue Freundschaften und Mensagespräche. Ich denke auch an die Zeit, die mich neben dem eigentlichen Studium geprägt hat. In meinem Fall, der Tanz.
Zu Beginn meines Studiums bin ich über eine Kommilitonin auf das Tanzprojekt des Jungen Theaters Heidelberg gestoßen. Das Junge Theater Heidelberg hat verschiedene Spielclubs, in denen junge Menschen verschiedenen Alters gemeinsam Theater spielen. Der TANZclub ist der einzige Club der Tanztheater macht, das bedeutet man drückt sich nur über den Körper und nicht über die Stimme aus.
Ich habe schon als Kind und Jugendliche gerne contempoary dance und modern dance getanzt und habe damals in Heidelberg etwas gesucht, mit dem ich dieser Leidenschaft weiter nachgehen konnte. Dabei hat mir die Arbeitsweise des TANZclubs direkt total zugesagt. Zu Beginn fand sich die Gruppe aus unterschiedlichen Personen zusammen.
Zunächst ging es darum, unseren Körper und die verschiedenen Ausdruckmöglichkeiten kennenzulernen. Vieles passierte über Improvisation und angeleitete Übungen. Nach einigen Kennenlerntreffen entschied man sich, ob man für die kommende Spielzeit Mitglied des Clubs werden und somit an der Produktion mitwirken möchte. Die Spielzeit begann im Oktober und endete im Juni/ Juli mit zwei Aufführungen. Da die gemeinsame Arbeit im Tanzclub von der Gruppe lebte, war es immer wichtig, dass alle Teilnehmer\*innen zu den wöchentlichen Proben (Mittwochabend) und Probewochenenden (zwei im Jahr) kamen. Deshalb verpflichteten wir uns für die Spielzeit auch in einem Vertrag.
Eine Choreografie unter Hochspannung
Anschließend begannen wir mit der Stückentwicklung. Jede Produktion orientierte sich an einem Oberthema. Gemeinsam setzten wir uns mit diesem Thema auseinander, sprachen über unsere eigenen Erfahrungen und Ideen und erprobten, wie sich diese in Bewegungen umsetzen ließen. Die Themen der bisherigen Produktionen waren sehr vielfältig. Wir haben uns beispielsweise mit menschlichen Beziehungen in verschiedenen Gruppenkonstellationen auseinandergesetzt oder mit dem Thema Stoff und Kleidung. In einem Jahr orientierten wir uns an den Charakteren in »Hamlet«. Die Idee war, dass alle Teilnehmer\*innen aktiv an dem Stück mitwirkten, wir probierten ganz viel aus, improvisierten, machten viele Partner- oder Gruppenübungen und erarbeiteten uns somit einzelne Szenen.


Geleitet wurde der TANZclub dabei von einer erfahrenen Tänzerin und Tanzpädagogin, die ein richtig gutes Auge dafür hatten, jeder Person entsprechend ihrer Fähigkeiten und ihrem Wohlbefinden tänzerische Ausdruckmöglichkeiten mitzugeben. So konnte wirklich jede\*r mitmachen, egal ob Tanzerfahrung schon vorhanden war oder nicht.
Der TANZclub war für mich ein safespace, in dem sich alle ausprobieren und kreativ ausleben durften. Das herzliche Miteinander machte ihn zu etwas ganz Besonderem. Ich denke gerne an diese Zeit zurück! Ich kann den TANZclub auf jeden Fall weiterempfehlen, wenn man Lust auf Bewegung, Kreativität und viele liebe Menschen hat und offen ist für neue Erfahrungen!
Autorin: Hannah Galler hat an der PH Heidelberg Sonderpädagogik studiert mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung und Hören.


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