Zehn Schüler:innen der dritten und vierten Klassen waren in den Pfingstferien 26. bis 29. Mai 2026 im Zukunftslabor MINT auf dem Heidelberger Emmertsgrund auf einer besonderen Entdeckungsreise. Im kostenlosen Ferienprogramm „Die Stadtdetektive und das Geheimnis der Chemie“ wurde eine selbst gestaltete Stadt zum lebendigen Forschungsraum, in dem gebaut, experimentiert, programmiert und gemeinsam ermittelt wurde.
Das viertägige Ferienprogramm verfolgte das Ziel, Kindern einen spielerischen, handlungsorientierten und forschenden Zugang zu naturwissenschaftlichen Themen zu ermöglichen sowie ihre Begeisterung für MINT-Inhalte nachhaltig zu stärken.
Wir, Lara, Jana und Sophie, studieren das Fach Sachunterricht, und wir haben dieses Ferienprogramm im Rahmen eines Chemiemoduls im Masterstudium gemeinsam konzipiert, vorbereitet und durchgeführt.
Im begleitenden Seminar behandelte PH-Chemiedozent Dr. Jens-Peter Knemeyer verschiedene Themen, die für die Planung und Umsetzung des Projekts wichtig waren, etwa die Erstellung und Nutzung von interaktiven Lerninhalten. Darüber hinaus unterstützte er uns bei der Programmierung der Dash-Roboter, die in der selbstgebauten Stadt zum Einsatz kamen.
Verantwortlich für das Gesamtprojekt des Zukunftslabors MINT ist Prof. Dr. Nicole Marmé, Lehrende an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg.


Was macht eine Stadt lebendig?
Zum Auftakt startete das Programm mit einer lockeren Kennenlernrunde, in der die Kinder miteinander ins Gespräch kamen und erste Ideen austauschten. Anschließend stand die zentrale Frage im Raum, was eine Stadt eigentlich ausmacht und welche Bestandteile sie zum Leben braucht. Die Kinder entwickelten dabei zahlreiche kreative Ideen und gestalteten gemeinsam das Fundament ihrer eigenen Stadt. Mithilfe vorbereiteter Bastelvorlagen entstanden erste Gebäude, die mit viel Fantasie bemalt, gefaltet und sorgfältig zusammengesetzt wurden.
Nach und nach wuchs so eine vielfältige Stadtlandschaft heran, während parallel dazu Straßen mit Klebeband auf dem Boden markiert wurden. Dadurch entwickelte sich Schritt für Schritt ein immer komplexeres und realistisches Stadtmodell, das von den Kindern aktiv mitgestaltet wurde.
Für die anschließende Stationenarbeit wurden unter anderem eine Kläranlage, eine Bäckerei und eine Feuerwehr vorbereitet, die später als interaktive Lernorte dienten. An diesen Stationen bearbeiteten die Kinder unterschiedliche Aufgaben und entdeckten dabei chemische und naturwissenschaftliche Zusammenhänge auf spielerische Weise.


Digitale Medien, Robotik und chemische Lerninhalte verknüpfen
Am zweiten Projekttag wurde die Stadt weiter ausgebaut und zunehmend individualisiert. Neben einer Klinik, einer Baustelle, einem Fußballplatz und einem Flughafen kamen zahlreiche weitere kreative Ideen hinzu, die das Stadtbild bereicherten und immer lebendiger machten. Im Anschluss wurden Verkehrszeichen thematisiert und gemeinsam in der Stadt platziert, wodurch die Kinder grundlegende Regeln des Straßenverkehrs auf anschauliche Weise kennenlernten und direkt auf ihr eigenes Stadtmodell übertragen konnten.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Robotik: Die Kinder programmierten kleine Dash-Roboter, die anschließend erstmals durch die selbst gebaute Stadt fahren konnten. Dadurch erlebten unmittelbar, wie Programmierung ihre gebaute Welt zum Leben erweckt. Die Schüler:innen sollten dabei verschiedene Strecken abfahren und an unterschiedlichen Stationen beziehungsweise Gebäuden chemische Prozesse aus dem Alltag entdecken und erkunden. Auf diese Weise konnten digitale Medien, Robotik und chemische Lerninhalte miteinander verknüpft werden.





Dash-City: Robotik im Einsatz
Am dritten Tag erhielt die Stadt schließlich ihren offiziellen Namen „DashCity“, der von den Kindern gemeinsam ausgewählt wurde. Zusätzlich brachten sie eigene Playmobil-Figuren und weiteres Material mit, wodurch die Stadt noch stärker belebt und individuell ausgestaltet wurde. Im weiteren Verlauf erkundeten die Kinder ihre Stadt mithilfe der programmierten Dash-Roboter, die gezielt zu den Stationen Feuerwehr, Bäckerei und Kläranlage navigierten. Dort parkten die Kinder die Roboter und bearbeiteten passende Aufgabenblätter, wodurch sich Orientierung, Robotik und fachliches Lernen sinnvoll miteinander verbanden und gegenseitig verstärkten.
Am letzten Projekttag wurde die Stationenarbeit schließlich abgeschlossen und inhaltlich vertieft. Über die gesamte Stadt verteilte QR-Codes führten die Kinder erneut mit den Robotern zu verschiedenen Lernorten, an denen sie digitale Lerninhalte, so genannrte H5P-Aufgaben bearbeiteten. Diese Aufgaben griffen die zuvor behandelten Inhalte nochmals auf und halfen dabei, das Gelernte nachhaltig zu festigen. Ergänzend wurden gemeinsam Lernvideos angeschaut, bevor die Kinder die vergangenen Tage reflektierten und ihre Erfahrungen als Stadtdetektiv:innen in eigenen Worten zusammenfassten.
Diplom für erfolgreiche Teilnahme
Zum Abschluss erhielten die Kinder ein Diplom, das ihre erfolgreiche Teilnahme und ihren Forschergeist würdigte und in ihren persönlichen Forscherheften dokumentiert wurde. Mit „Die Stadtdetektive und das Geheimnis der Chemie“ bot das Zukunftslabor MINT somit ein kreatives Ferienformat, das Bauen, Experimentieren und Programmieren auf anschauliche Weise miteinander verband und Wissenschaft für Kinder nachhaltig erlebbar machte.

Zu den Autor:innen: Sophie, Lara und Jana studieren im 1. Mastersemester Grundschullehramt. Sophie Hellwege studiert die Fächer Mathe und Sachunterricht (Chemie), Lara Hammann und Jana Reuther studieren Deutsch und Sachunterricht (Chemie).


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