Über einen Streik

Zu sehen ist ein Demonstrationszug durch die Heidelberg Altstadt.

Kürzlich wurde im öffentlichen Dienst gestreikt. Beschäftigte der PH Heidelberg gingen dabei auch auf die Straße. Unsere Kolleg:innen berichten, warum.

Am 28. Januar und 10. Februar gingen die Beschäftigten des öffentlichen Diensts in vielen deutschen Städten auf die Straße. Auch Kolleg:innen der PH Heidelberg haben sich am Streik beteiligt und damit ein Zeichen für bessere Löhne und Arbeitsbedingungen gesetzt, während in Potsdam verhandelt wurde. Mittlerweile gibt es eine Tarifeinigung: Die Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder bekommen in drei Schritten insgesamt 5,8 Prozent mehr Geld.

Aber was heißt es überhaupt, streiken zu gehen? Warum beteiligen sich Angehörige der Hochschule? Was treibt sie an? 

Stimmen der Kolleg:innen

„Streiken im Sinne von Demonstrieren war ich schon in der vorigen Tarifrunde. Damals bin ich auch in die GEW eingetreten, denn jede Mitgliedschaft unterstützt die Verhandlungsposition der Gewerkschaften. Diesmal habe ich “richtig” gestreikt, indem ich mich auch in der Personalabteilung als streikend gemeldet habe – auch wenn ich das mit flexiblen Arbeitszeiten und Teilzeit nicht unbedingt hätte tun müssen, um an der Demo teilzunehmen. Aber natürlich wird auf diese Zahlen geschaut, denn sie zeigen an, wie viele Menschen tatsächlich die Arbeit niedergelegt haben, um für bessere Löhne zu protestieren. Mir ist es wichtig, meinen solidarischen Beitrag zu leisten, damit die Arbeitsbedingungen für alle gut (und besser) werden. Das passiert nicht von allein. Deswegen bin ich Gewerkschaftsmitglied und streike – gemeinsam und füreinander.“ – Wolfgang

„Streiken war ich vorher noch nie, aber ich fand es nicht mehr gerecht, immer nur andere kämpfen zu lassen, für etwas, von dem ich dann auch profitieren darf, denn ganz klar, unsere Arbeitgeber werden sich immer nur so weit bewegen, wie es ihnen als unbedingt erforderlich erscheint. Da mich das Thema schon länger beschäftigt hatte, bin ich gleich im Januar in die Gewerkschaft eingetreten und habe beim Streik mitgemacht. Sehr erfreulich war hierbei die positive Atmosphäre, zu der jeder seine Ziele (bessere Arbeitsbedingungen/gerechte Lohnanpassungen) mitgebracht hatte, ebenso wie Kameradschaft.“ – Tina

„Ich finde die Dynamik, die unter den Streikenden entsteht, sehr angenehm.“ – Manuela

„Warum gehe ich streiken? Streik ist ein wichtiges Werkzeug für Arbeitende, um ihren Interessen Kraft zu verleihen. Auch ich möchte meinen Beitrag zu besseren Lebensbedingungen leisten. Es ist auch schön zu sehen, dass viele Menschen gemeinsam für bessere Arbeitsbedingungen einstehen.“ – Rolf

„Ich habe mich an der Demonstration beteiligt, weil ich insbesondere bei den unteren Entgeltgruppen eine große Schieflage sehe. Dagegen will ich ein Zeichen setzen. Das ist nicht nur für die Hochschulen ein echter Wettbewerbsnachteil auf dem Arbeitsmarkt; für die Kolleg:innen ist es einfach unfair. Wer noch nie streiken war, dem/der kann ich es sehr ans Herz legen: Streik ist ein Grundrecht. Und auf den Demonstrationen geht es immer sehr solidarisch zu. Das ist auch eine Form von Teambuilding.“ – Max

„Im Februar 2019 entschloss ich mich nach meiner Teilnahme an den damaligen Streiks in Heidelberg ver.di-Mitglied zu werden, um für eine gerechte und faire Bezahlung im öffentlichen Dienst einzutreten. Mir war damals noch nicht bewusst, dass es große Unterschiede zwischen den Tarifen TVöD und TdL gibt, und auch immer noch zwischen Ost und West. Deshalb habe ich am 10. Februar wieder gestreikt und freue mich nun über das Ergebnis der Verhandlungen und die Verbesserungen bzw. Angleichungen für die Landesangestellten bundesweit und besonders für Auszubildende und studentische Beschäftigte.“ – Anne

„Ich habe mich am Streik beteiligt, weil ich meinen Beruf aus Überzeugung ausübe und ihn wirklich liebe. Gerade deshalb ist es mir wichtig, dass diese Arbeit auch die Wertschätzung erfährt, die sie verdient. Ich streike nicht nur für mich, sondern für alle im öffentlichen Dienst, Schwerpunkt Hochschulen, die täglich mit großem Engagement und hoher Verantwortung arbeiten. Die Anforderungen sind in den letzten Jahren stetig gestiegen, während Gehalt und Arbeitsbedingungen nicht im gleichen Maß mitgewachsen sind. Damit wir langfristig motiviert, gesund und mit voller Kraft für unsere Aufgaben da sein können, brauchen wir faire Bezahlung und verlässliche Rahmenbedingungen.“ – Alexandra

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