Dungeons and Scientists

Zu sehen sind sechs Wissenschaftler:innen beim Science Slam der PH Heidelberg 2025.

Wissenschaft macht Spaß. Das hat der letzte Science Slam der PH Heidelberg bewiesen. Transfermanager Max berichtet über abwechslungsreiche Beiträge und unterhaltsame Ansätze, Forschung zu erklären.

Wenn der Wissenschaftler mit Laborkittel und Pfannenwender auf der Bühne steht und ein komplexes AB-Testing anhand des Pen-&-Paper-Rollenspiels Dungeon & Dragons erklärt, dann wisst ihr: Ihr seid beim Science Slam.

Am 10. November 2025 war es wieder soweit: Im Dezernat16 kamen wieder zahlreiche Wissenschaftsfans zusammen, um in die Forschungswelt der Hochschule einzutauchen. Es war bereits der dritte Science Slam der Hochschule — und nach den erfolgreichen letzten Jahren sind wir in diesem Jahr in die große Halle der alten Feuerwache in Heidelberg-Bergheim umgezogen. Rund 150 Gäst:innen erfreuten sich über ein buntes Programm. Aber der Reihe nach.

Aber was ist überhaupt ein Science Slam?

Bei unserem Science Slam hatten sechs Wissenschaftler:innen jeweils elf Minuten Zeit, um ihre Forschung einem bunt gemischten Publikum zu präsentieren. Aber nicht als trockene Vorlesung, sondern anschaulich, verständlich, interaktiv und unterhaltsam. Das Format ist dafür da, Menschen einen Einblick in die vielfältige Forschung an unserer Hochschule zu geben — und sie dafür zu begeistern.

Dieser Aufgabe hatten sich beim Science Slam angenommen:

Einführende Worte kamen dankenswerterweise von Carolin Liefke vom Haus der Astronomie.

Was im Ergebnis so locker und einfach aussieht, ist in Wahrheit eine Menge Arbeit. Denn stellt euch vor: Ihr arbeitet über Jahre an einem Forschungsthema, taucht in die Tiefen der Materie ein — und dann sollt ihr euer Thema so präsentieren, dass es für alle verständlich ist. Damit das klappt, haben die Slammer:innen über Monate an ihren Beiträgen gearbeitet: mit Workshops, Sparrings und Feedback-Schleifen.

Mehr Inklusion in der Wissenschaftskommunikation

Ein persönliches Highlight war für mich der Beitrag von Uta Benner und Markus Fertig aus dem Fach Gebärdensprachdolmetschen. Den beiden war es ein großes Anliegen, ein breites Publikum für ihr Thema zu sensibilisieren. Sie haben die Funktionsweise der Sprache erklärt und die Theorie der Gebärdensprache mit anschaulichen (und witzigen) Beispielen unterfüttert.

Ich habe schon in der Vorbereitung mit den beiden eine Menge gelernt und musste meine Arbeitsweise auch kritisch hinterfragen. Denn obwohl ich an einer Hochschule arbeite, an der Inklusion und der Abbau von Barrieren einen sehr, sehr großen Stellenwert genießen, habe ich nicht von mir aus daran gedacht, die Veranstaltung übersetzen zu lassen. Hier hat mir der Impuls von Uta Benner und Markus Fertig wirklich geholfen. Ich habe gelernt, dass ich trotz aller Sensibilisierung immer nochmal innehalten sollte, um mich zu fragen: Habe ich an alle gedacht?

Wissenschaftskommunikation muss für alle da sein. Barrierefreiheit ist beim Zugang zu Wissenschaft (und Bildung allgemein) immens wichtig für unser Zusammenleben und den Zusammenhalt. Ich habe mich sehr gefreut, dass wir viele gehörlose Menschen für die Veranstaltung gewinnen konnten.

Autor: Max Wetterauer ist Transfermanager an der PH Heidelberg.

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