Grundschulkinder für Musik begeistern

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Prinzen, Burgen, Feuerdrachen – Studierende begeistern mit dem Konzertmusical „Ritter Rost“ über 300 Grundschulkinder. Dahinter steckt ein Musikseminar mit langer Tradition.

Oh weh! Burgfräulein Bö ist frustriert! Sie muss den gesamten Haushalt auf der Eisernen Burg alleine bewältigen, während Ritter Rost faul herumhängt und lieber Zeitung liest. Bö engagiert daraufhin einen Diener, der sie auf seine eigene Burg mitnimmt: Schrottfried Prinz von und zu Putz und Protz. Auf dessen Schloss ist alles blitzeblank: Kein Wunder, denn seine Mutter Kehrlinde übernimmt alle Hausarbeiten. Und überhaupt entpuppt sich Prinz Protz als spießiger Frauenschwarm mit einem dunklen Geheimnis. Da wacht auch endlich Ritter Rost auf! Zusammen mit seinem Feuerdrachen Koks setzt er alles daran, Bö zurückzugewinnen.

„Ritter Rost und Prinz Protz“ ist die vierte Folge der erfolgreichen Kinderbuch-Musicals von Jörg Hilbert (Text und Illustrationen) und Felix Janosa (Musik). Weil sie Humor, Abenteuer und Musik kombinieren, sind sie als Bühnenstücke sehr beliebt.

Aufführung in der Festhalle vor 300 Grundschulkindern

Jedes Wintersemester findet an der Hochschule ein sogenanntes Konzertpädagogisches Produktionsseminar statt. Im Seminar entwickeln und proben die Studierenden ein eigenes Konzertmusical und bringen es dann auf die Bühne. Dabei werden Studierende und Grundschulkinder zu einem gemeinsamen musikalischen Erlebnis zusammenführt.

Das Seminar wurde vor siebzehn Jahren an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg von Prof. Dr. Stefan Zöllner-Dressler und Musikdozentin Wessela Kostowa-Giesecke ins Leben gerufen und ist längst zu einem festen Bestandteil des kulturellen Lebens der Hochschule geworden. Auch dieses Jahr war die Festhalle bis auf den letzten Platz gefüllt: Über 300 Heidelberger Grundschulkinder mit ihren Lehrer:innen waren bei der Aufführung Ende Januar zu Gast, bei der die Studierenden auf der Bühne, in Chor und Orchester ihr vielfältiges Können unter Beweis gestellt haben. Wie immer hat das Seminar mit dem wunderbaren Kinderchor der Landhausschule Heidelberg unter der Leitung der Lehrerinnen Susanne Dressler und Leonie Jakoby zusammengearbeitet, die den Kinderchor-Part bravourös übernommen haben.

Gesang, Schauspiel und Instrumentalmusik im Musical verbunden

Das aufwändige Stück verbindet Gesang, Schauspiel und Instrumentalmusik sichtbar miteinander. Licht, Projektionen sowie Tontechnik werden bewusst eingesetzt, um eine Welt zu schaffen, die den Bedürfnissen, Erwartungen und der Wahrnehmung von Kindern gerecht wird. Und das sorgt für viel Begeisterung bei den mitwirkenden Studierenden, wie das folgende Zitat von Tanysha Jackson zeigt:

Über viele Wochen haben wir mit viel Engagement und Freude an diesem Musical gearbeitet. Die Zusammenarbeit in der Gruppe war super, Chor und Instrumente haben sich wunderbar ergänzt und die Begeisterung der Kinder war während der Aufführung spürbar. Besonders berührt hat mich die Rückmeldung eines Kindes, dass es „das beste Musical war, das es je gesehen hat.

Die zukünftigen Lehrkräfte können praxisnah Erfahrungen und Ideen für ihre spätere Arbeit an Schulen sammeln. Sie lernen dabei, künstlerische Ideen zu formen, Projekte zu organisieren und im Team Verantwortung zu übernehmen. Indem sie selbst auf der Bühne stehen, lernen sie von Anfang an, bei Grundschulkindern mit Gesang, Instrumenten und Theater Begeisterung für diese Kunst zu wecken. Das unterstreicht auch Studentin Emilia Devoti und führt aus:

Ich habe sehr viel dazugelernt und sehe das Seminar als große Bereicherung. Besonders hinsichtlich des Aspekts, auf der Bühne zu stehen und mit Leichtigkeit zu singen. Mir wurde die Aufregung genommen, vor anderen zu singen, da die Atmosphäre so angenehm und ungezwungen war. Ich kann das Seminar jedem nur ans Herz legen – auch wenn es nicht in den Studienverlauf integriert ist. Ich habe es auch freiwillig gemacht und würde es immer wieder wiederholen!

Viele unterschiedliche Beteiligte

Um das Stück professionell auf die Bühne der Mehrzweckhalle zu bringen, waren wieder viele unterschiedliche Menschen beteiligt. Die Gesamtleitung hatte die Musikdozentin und Schlagwerkexpertin Wessela Kostowa-Giesecke inne, die wie immer mit vollem Engagement bei der Sache war: „Vielen Dank für deine tolle Anleitung und die Freude und Motivation, die du eingebracht hast“, bedankt sich Studentin Yara Borchert.

Die phantasievolle Inszenierung konnte in Zusammenarbeit mit dem Seminar für szenische Inszenierung von Luisa Leclipteux umgesetzt werden. Für die professionelle Tontechnik zeichneten Musikdozent und Bigbandleiter Paul Stolze und Patrick Stummer verantwortlich. Luca Kuhnen sorgte für die hervorragende Lichttechnik. Last not least brachten sich die Tutor:innen Benjamin Seyfarth und Annika Sauter für die Gesamtumsetzung des Kinderklassikers ein.

Mitwirkende Yara Borchert resümiert abschließend: „Das Kindermusical ist ein Seminar, bei dem wir Studierende viel mitentscheiden dürfen und uns kreativ einbringen können. Das Zusammenwirken von Band, Chor, Solist:innen, Schauspiel und Kinderchor führt zu einem gemeinsamen kooperativen Erlebnis. Mein persönliches Highlight war, die Freude und die Verzauberung bei den vielen Kindern zu sehen, die zugeschaut und teilweise selbst mitgewirkt haben.“

Autorin: Birgitta Hohenester arbeitet in der Abteilung Presse & Kommunikation.
Fotos: Birgitta Hohenester

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