Achtung Mitbestimmung!

Zu sehen ist das AW-ZIB-Team

Das AW-ZIB-Team nahm an der Tagung „Zusammenarbeit mit Expert:innen in eigener Sache: Achtung, Mitbestimmung!“ an der Ostschweizer Fachhochschule in St. Gallen teil. Die Mitglieder berichten.

Direkt vor der Tür der Ostschweizer Fachhochschule in St. Gallen stand ein großes Warnzeichen: Achtung Mitbestimmung! Hier waren wir also richtig! Als Vertreter:innen des Annelie-Wellensiek-Zentrums für inklusive Bildung (AW-ZIB) waren wir angereist, um uns aktiv in die Tagung „Zusammenarbeit mit Expert:innen in eigener Sache“ einzubringen.

Die Schweizer Kolleg:innen vom Team S.E.G.E.L. begrüßten uns herzlich. Die Abkürzung S.E.G.E.L. steht für Schwierige Entscheide – Gemeinsame Lösungen. Hier arbeiten Menschen aus Werkstätten zusammen mit Hochschulmitarbeiter:innen daran, wie in inklusiven Gruppen gut gemeinsame Entscheidungen gefällt werden können.

Zusammenarbeit mit Erfahrungsexpert:innen in eigener Sache

Das S.E.G.E.L.-Team eröffnete die Tagung, indem es das eigene Projekt ganz im Sinne der Mitbestimmung partizipativ vorstellte. Sie knüpft an eine Reihe von Veranstaltungen an, bei denen die Zusammenarbeit mit Erfahrungsexpert:innen in eigener Sache an Hochschulen im Mittelpunkt stehen soll. „Es ist ein toller Kooperationserfolg, dass wir hier in der Schweiz an die Ziele der 1. Tagung in Heidelberg im Oktober 2023 gemeinsam anknüpfen können“, betont Prof. Dr. Karin Terfloth von der wissenschaftlichen Leitung des AW-ZIB in ihrem Geleitwort.

Im Hauptvortrag stellte Prof. Dr. Mathias Lindenau den Partizipationsbegriff auf den Prüfstand. Inga Schiffler bot über Kopfhörer für alle interessierten Teilnehmer:innen eine Verstehensassistenz in einfacher Sprache an. „Gerade die Verstehensassistenz auch in den Workshops war sehr gelungen. Denn es wurden nicht nur einzelne Personen, sondern alle unterstützt“, lobt Teilhabemanagerin Sarah Maier vom AW-ZIB.

Workshop zum Thema Macht

Gestärkt mit Schweizer „Gipfeli“ ging es in die erste Workshoprunde. „Wir hatten uns in zwei Teams aufgeteilt. So konnten wir zwei verschiedene Themen und Workshops ausbringen“, berichtet Qualifizierungsleiterin Noëmi Heister. „Zusammen mit Stephanie und Karin habe ich über Entscheidungsmacht in der partizipativen Forschung gesprochen. Dabei haben wir unsere Erfahrungen aus unseren Forschungsprojekten eingebracht“, ergänzt Bildungsfachkraft Anna Neff. „Sarah, Noemi und ich haben auch über Macht gesprochen. Bei uns ging es um sichtbare und unsichtbare Macht. Der Workshop war ein voller Erfolg!“ sagt Bildungsfachkraft Helmuth Pflantzer. Doch nicht nur in den eigenen Workshops, sondern auch bei den vielen Themen der Kolleg:innen konnten wir neue Ideen mitnehmen.

Die spontane abendliche Stadtführung eines Schweizer Kollegen durch die wunderschöne Altstadt St. Gallens rundete den ersten Tag ab.

Der zweite Tagungstag begann mit einem eindrucksvollen Vortrag von Prof. Dr. Reinhard Burtscher aus Berlin. Er stellte das Thema Partizipative Gesundheitsbildung sehr anschaulich dar. „Gesundheit geht uns alle an – darum war dieser Vortrag besonders wichtig “, so Doktorandin Stephanie Schleer, denn „Wissen ist die beste Medizin“.

Mit Rückenwind wieder nach Hause

Mit so viel frischem Schwung fuhren wir nicht den direkten Weg nach Hause. Stattdessen steuerten wir mit dem AW-ZIB-Bus den Fähranleger an. Mit einem Eis in der Hand und frischem Wind im Haar genossen wir die schöne Überfahrt mit der Fähre über den Bodensee.

Unser Fazit: Eine rundum gelungene Exkursion – mit neuen Erkenntnissen, spannenden Begegnungen und vielen schönen Team-Momenten. Wir sind beschwingt und mit neuen Ideen zurückgekommen!

Zu den Autorinn:en: Am AW-ZIB arbeiten Menschen, die als kognitiv beeinträchtigt gelten und eine dreijährige Vollzeit-Qualifizierung zu Bildungsfachkräften erfolgreich durchlaufen haben, mit Wissenschaftler:innen zusammen. Das interdisziplinäre und vielfältige Team gibt zum einen Einblicke in die Lebenswelten sowie Inklusions- und Exklusionserfahrungen von Menschen mit Behinderung. Zum anderen ist das AW-ZIB für die nachhaltige landesweite Organisation, Koordination und Weiterentwicklung der Bildungsarbeit und den Transfer der Bildungsangebote zuständig.

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